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Ein Kämpfer verabschiedet sich

Hinter der unscheinbaren Überschrift „Ergänzender Geschäftsbericht des Bundesvorstands“ verbarg sich eine ebenso kämpferische wie emotionale Abschiedsrede des scheidenden ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske.

„Ver.di hat Gewicht in der Gesellschaft. Sonst wäre es nicht gelungen, den gesetzlichen Mindestlohn durchzusetzen“, hob Frank Bsirske die Bedeutung der Dienstleistungsgewerkschaft zu Beginn seiner Rede hervor.

Erreichte Ziele

Darüber hinaus sei es ver.di in den vergangenen Jahren gelungen, deutliche Steigerungen des Reallohnes zu erreichen.

Qualitative Meilensteine waren Tarifverträge zum mobilen Arbeiten und zur Digitalisierung. 

Dabei schreckte ver.di auch vor Streikmaßnahmen keineswegs zurück: „Die letzte Woche, in der ver.di einmal nicht gestreikt hat, lag zwischen Weihnachten und Neujahr 2015“. Diese Feststellung trug Frank Bsirske Beifall der Delegierten ein.

Streiks werden aber auch in Zukunft notwendig sein, um die Tarifflucht von Unternehmen zu stoppen. Einen Vorgeschmack lieferten dafür die Auseinandersetzungen, die ver.di mit Ryanair geführt hat. „Zusammen haben wir einen Tarifvertrag durchgesetzt, - mit Löhnen auf Industrieniveau, das heißt, mit 1.000 Euro monatlich mehr als zuvor“, fasste der Vorsitzende das Ergebnis zusammen.

ver.di und andere politische Organisationen

Auf die aktuelle Bewegung der Fridays for Future ging der ver.di-Chef ebenfalls ein.  Der Bundesvorstand unterstütze die Bewegung, „weil der Klimawandel die Menschheit als Ganzes bedroht.“ 

Ver.di sei, so stellte ihr Chef unmissverständlich klar, eine politische Organisation. Deshalb müsse und wolle sie sich der Auseinandersetzung mit der AfD stellen. „Die AfD versucht, sozialen Protest nach rechts zu wenden und Geflüchtete zu Sündenböcken abzustempeln“. Dagegen müsse ver.di entschlossen vorgehen.
Dies nicht zuletzt deshalb, weil die AfD einen „radikalisierten Neoliberalismus“ propagiere.

Frank Bsirskes Abschied

Frank Bsirske stand 18 Jahre lang an der Spitze von ver.di. Seine Abschiedsrede ließ jede*n im Saal deutlich spüren, dass er seine Position schweren Herzens verlässt. Die Delegierten bedankten sich bei ihm mit einem sehr langen, herzlichen Beifall. Seine Dauer veranlasste den Noch-Vorsitzenden zu der emotionalen Bitte, „ihm den Abschied doch nicht so schwer zu machen.“

Mündlicher Rechenschaftsbericht ("emotionale Abschiedsrede") des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske