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Zukunftsreferat des 1. Vorsitzenden der IG Metall Jörg Hofmann

Der am Vortag im Amt bestätigte IG Metall Chef Jörg Hofmann hat auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall in Nürnberg in seinem Zukunftsreferat die großen Linien der Gewerkschaftspolitik skizziert. Er forderte, den Transformationsprozess politisch zu gestalten.

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Der ökologische Umbau der Wirtschaft müsse solidarisch und demokratisch angepackt werden. Hierfür brauche es politischen Flankenschutz. Gleichzeitig kündigte er eine Kampagne zur Stärkung der Mitbestimmung an.

IG Metall verabschiedet Manifest für Miteinander

„Wir wollen, dass in Deutschland und in Europa das Politische den Ton angibt und nicht der Markt“, sagte Hofmann. Die Transformation in eine digitale und CO2-freie Wirtschaft lasse sich nur solidarisch und demokratisch meistern. Dabei verstehe sich die Gewerkschaft als Gegenmacht zum blinden Wirken der Marktgesetze.

Die Thesen des Zukunftsreferates mündeten in das Manifest „Miteinander für morgen. Die IG Metall in einer neuen Zeit.“ Die Delegierten verabschiedeten das Manifest im Anschluss an das Referat einstimmig als Resolution.

Hofmann betonte, dass die ökologische Transformation unumgänglich und in ihrer Dimension zugleich beispiellos sei. „Der Umstieg für eine große Branche wie etwa die Autoindustrie, die in zehn Jahren die Hälfte ihrer Pkw mit einem Elektro- oder Hybridmotor ausstatten muss, ist ohne Vorbild“, sagte Hofmann.

G Metall will Gestaltungsmacht sein

Wer die Klimaziele ohne Strukturbrüche erreichen wolle, brauche politischen Flankenschutz. Hofmann forderte, dass der Sozialstaat neue Verantwortung übernimmt, etwa für Bildung und Qualifizierung. Denn die Beschäftigten benötigten belastbare Brücken in die Arbeitswelt von morgen.

Die IG Metall habe dazu das Konzept zum Transformationskurzarbeitergeld vorgelegt, das das Bundesarbeitsministerium aufgegriffen habe. Die IG Metall erhebe den Anspruch, Gestaltungsmacht zu sein. 

Ob sie diese Rolle ausfüllen könne, hänge aber davon ab, wie stark sie in den Betrieben verankert sei. Hofmann: „Im Betrieb entscheidet sich, ob die IG Metall mächtig ist. Nicht nur in betrieblichen Fragen, auch bei der Durchsetzungskraft in Tarifrunden oder bei der Mobilisierungsfähigkeit für gesellschaftspolitische Themen.“

Hofmann fordert neues Mitbestimmungsrecht

Die Mitbestimmung auf Unternehmensebene sei umso wichtiger, je mehr der Einfluss der Kapitalmärkte auf die Unternehmen steige. Gerade die Gefahr von Übernahmen und Filetierung von Unternehmen mache deutlich, welchen Wert qualifizierte Mitbestimmung habe, sagte Hofmann. 

„Ohne die Montanmitbestimmung wäre ThyssenKrupp heute ein Opfer der Finanzinvestoren und morgen bis auf die Knochen ausgeschlachtet.“

Demokratie in unserer Gesellschaft brauche eine Balance von Arbeit und Kapital. „Daher fordern wir, dass das Mitbestimmungsgesetz endlich weiterentwickelt wird zu einer wirklichen Mitbestimmung, die nicht ihre Grenze bei der Zweitstimme des Aufsichtsratsvorsitzenden findet“, sagte Hofmann. Er kündigte eine breite Kampagne der IG Metall zur Stärkung der Unternehmensmitbestimmung in Zeiten der Transformation an.

Manifest der IG Metall

Vom IG Metall Gewerkschaftstag berichten:

Till Bender - Michael Wanner – Hans-Martin Wischnath