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IG Metall zieht positive Bilanz der zurückliegenden Wahlperiode

Der erste Tag des Gewerkschaftstages der IG Metall stand traditionell im Zeichen der Berichte. Dabei zog der Vorstand mit Jörg Hofmann und Christiane Benner an der Spitze eine positive Bilanz der zurückliegenden Wahlperiode.

In der Aussprache zum Geschäftsbericht zog der Vorsitzende Jörg Hofmann eine positive Bilanz. Der letzte Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie habe den Beschäftigten eine kräftige Lohnerhöhung und Gestaltungsfreiheit bei der Arbeitszeit gebracht. 

Hofmann: „Arbeitgeber haben keine Zukunftsstrategie“

Den Arbeitgebern warf Hofmann Verantwortungslosigkeit und Planlosigkeit vor: „Nach zehn Jahren Wachstum fällt Arbeitgebern beim kleinsten Abschlag auf ihre Renditeträume nur ein: Personalabbau, Standortverlagerung, Zerschlagung. Das ist keine Zukunftsstrategie, das werden wir nicht hinnehmen“.

Die IG Metall habe sich in der Debatte zur Klimapolitik deutlich positioniert und mit den Umweltverbänden BUND und NABU ein Eckpunktepapier zur Klima- und Mobilitätswende veröffentlicht. Der Klimaschutz: dürfe nicht einseitig zu Lasten des Verbraucher erfolgen. Auch große Vermögen müssten in die Pflicht genommen werden.

Hofmann: „Der Kampf gegen Erderwärmung lässt sich nicht mit sozialer Kälte durchsetzen“. Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch daran, dass im Juni in Berlin mehr als 50.000 Metallerinnen und Metaller für einen sozialen, ökologischen und demokratischen Wandel demonstriert haben.

Zudem wiederholte Hofmann sein Credo gegen rechte Hetze, die ihm seinerzeit einen wahren Shitstorm eingebracht hatte: „Wer hetzt, der fliegt – aus dem Betrieb und aus der IG Metall!“ 

Benner: „Betriebsräte sind Felsen in der Brandung“

Auch Christiane Benner als Zweite Vorsitzende stellte den Pluralismus in den Mittelpunkt ihres ergänzenden Vortrags. „Die IG Metall kann alles – von Stahl bis Internet!“ Die IG Metall vertrete alle Beschäftigten, von Festangestellten in Großunternehmen über Beschäftigte bei Entwicklungsdienstleistern bis hin zu Solo-Selbstständigen.

Dabei sei die Mitgliederentwicklung bei den strategisch wichtigen Gruppen der Angestellten, Frauen und Beschäftigten ohne deutschen Pass besonders gut. „Im September haben wir das 60.000ste studierende Mitglied begrüßt – Rekord!“

Auch mit der Rolle als Arbeitgeber zeigte sich Benner zufrieden. 98 % der IG Metall- Beschäftigten identifizierten sich mit der IG Metall. An der Zusammenarbeit, Transparenz, bessere Führung und Wertschätzung werde gearbeitet.

Als gesamtpolitisches Ziel nannte Benner faire Arbeitsbedingungen, auch im Internet und in der Plattformökonomie: „Wir dulden keinen Parallel-Arbeitsmarkt im Internet!“, so Benner.

Kerner: „Am Geld wird keine Auseinandersetzung scheitern“

Positiv fiel auch das Resümee von Hauptkassierer Jürgen Kerner aus. Die IG Metall stehe finanziell auf stabilem Fundament. Für das Jahr 2019 erwartet Kerner Beitragseinnahmen in Höhe von 598 Millionen Euro. Im Jahr 2015, beim letzten Gewerkschaftstag, waren es nur 533 Millionen. 

„Wir haben solide gewirtschaftet, finanziell stehen wir gut da. Am Geld wird keine Auseinandersetzung scheitern“, machte Hauptkassierer Jürgen Kerner deutlich.

Mit besonderem Stolz erfüllte es Kerner, dass die IG Metall in der Fläche verankert sei. Als wichtige Satzungsleistung nannte Kerner auch den Rechtsschutz – 111 Millionen Euro habe die IG Metall im Berichtszeitraum hierfür aufgewendet.

Berichte aus Gewerkschaftspolitik, Handwerk und Bildung

Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied forderte von der Bundesregierung eine aktive Industriepolitik und deutlich höhere Investitionen in die Zukunft, beispielsweise in der Windindustrie. In dieser Branche seien seit 2017 rund 35.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. „Wenn das Ausbauziel bei den Erneuerbaren Energien von 65 Prozent bis 2030 erreicht werden soll, muss dringend die Deckelung beim Ausbau der Windenergie aufgehoben werden.“

Das geschäftsführendes Vorstandsmitglied Ralf Kutzner forderte als Vertreter des Handwerks, dass die Innungen wieder mehr ihrer gesetzlichen Verantwortung als Tarifpartei nachkommen. Die IG Metall habe mit dem „Neuen Ordnungsrahmen für das Handwerk“ die mittelstandspolitische Debatte geprägt. 

Für den Bereich der Bildungsarbeit berichtete Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied, von den vielfältigen Schulungen der IG Metall: „Wir stärken unsere Vertrauensleutebildung und verbinden Arbeit und Innovation durch praxisbegleitende Ausbildungsreihen, arbeiten mit Lernfabriken, Wissenschaft und Unis zusammen. So begleiten wir Veränderungsprozesse in den Betrieben.“

Urban: „Über 310 Millionen Euro erstritten“

Den Abschluss des umfassenden mündlichen Berichts machte Hans-Jürgen Urban, der im Vorstand für Sozialpolitik, Arbeitsgestaltung und Qualifizierungspolitik zuständig ist. Dem DGB Rechtsschutz ist er durch sein Aufsichtsratsmandat besonders verbunden.

Urban verwies darauf, dass es der IG Metall zusammen mit dem DGB gelungen sei, die Erwerbsminderungsrenten zu verbessern, das Rentenniveau bis 2025zu stabilisieren und die Rente ab 63 einzuführen. 

Gemeinsam mit dem DGB Rechtsschutz habe die IG Metall in den letzten vier Jahren Erfolge im Wert von über 310 Millionen Euro erstreiten können.

Die nächsten Konflikte seien aber schon absehbar. Die IG Metall poche darauf, dass auch die Grundrente als ein wichtiges Element gegen Altersarmut kommt – ohne Bedürftigkeitsprüfung. Damit werde die Lebensleistung von Millionen Beschäftigten anerkannt.

Das Tagesprotokoll gibt es hier zum Download

Links

Den Geschäftsbericht der Wahlperiode 2015-2018 finden Sie hier

Die mündlichen Geschäftsberichte finden Sie hier

Vom IG Metall Gewerkschaftstag berichten:

Till Bender – Michael Wanner – Hans-Martin Wischnath