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IG BAU verleiht Georg Leber- Preis für Zivilcourage

IG BAU verleiht Georg Leber Preis für Zivilcourage

Auf ihrem 22. ordentlichen Gewerkschaftstag hat die IG BAU zum dritten Mal den Georg Leber Preis für Zivilcourage verliehen. Preisträger sind Franz Meurer und Hans Mörtter. Beide sind Pfarrer und beide streiten über ihre Kirchengemeinden hinaus gegen soziale Verwerfungen und für mehr Mitmenschlichkeit.
 
Die IG BAU hat den Preis nicht nur nach dem Namen, sondern auch im Sinne ihres ehemaligen Vorsitzenden Georg Leber gestiftet.
 

Preisträger 2013

Die erste Verleihung fand am 17. Juni 2013 in Berlin statt. Weder Tag noch Ort waren zufällig gewählt. Denn am 17. Juni 1953 wehrten sich Ostberliner Bauarbeiter gegen Normerhöhungen durch das SED-Regime und lösten so einen Volksaufstand aus.
Preisträger im Jahr 2013 war der damalige Vizepräsident des Bundestages Wolfgang Thierse.
Er bekam die Auszeichnung sowohl wegen seiner Bemühungen um einen Ausgleich zwischen Ost und West als auch für sein entschlossenes Eintreten gegen NPD und Neonazis.
 

Preisträger 2015

Zwei Jahre später hat die IG BAU das Künstlerpaar Birgit und Horst Lohmeyer mit dem Preis geehrt. Die beiden veranstalteten mehrfach in Jamel, einer kleinen Ortschaft in Mecklenburg-Vorpommern, das Festival " Forst-Rock Für eine bunte Welt". Davon ließen sie sich auch nicht durch einen Brandanschlag abhalten, dem sie 2015 zum Opfer gefallen waren.
Zur Preisverleihung am 29. August 2015 reisten auch besondere Gäste an. Die Toten Hosen wollten mit einem Überraschungsauftritt deutlich machen, dass sie der Haltung und dem Engagement des  Paares tiefen Respekt zollen.
 

Preisträger 2017

In diesem Jahr erhielten der evangelische Pfarrer Hans Mörrter und sein katholischer Kollege Franz Meurer die Auszeichnung. Beide Theologen kommen aus dem Rheinland, wo sie sich den Ruf erarbeitet haben, "das soziale Gewissen von Köln“ zu sein. Und beide fühlen sich dem Auftrag verpflichtet, jeder Art von Unrecht kraftvoll entgegenzutreten und Hilfe da zu leisten, wo sie gebraucht wird.
 

Atypische Theologen

Franz Meurer stellte neben seiner Kirche einen Kondomautomaten auf, und sammelte für den Bau einer Moschee. Hans Mörrter feiert jedes Jahr einen Gottesdienst gemeinsam mit einer muslimischen Imamin. Außerdem traute er bereits 1994 ein homosexuelles Paar in seiner Kirche.
 

Laudatio durch Dr. Gregor Gysi

In seiner Laudatio bezeichnete der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE im Deutschen Bundestag die beiden Pfarrer als Menschen, die nicht jedem "Ja" ein "Aber" folgen lassen, sondern die anpacken und sich mit voller Kraft einsetzen. Und er bescheinigte Ihnen "Gradlinigkeit, mit der sie sich mit den Mächtigen anlegen". Auch wenn Franz Meurer nicht Mitglied bei der IG BAU, sondern bei ver.di sei, könne man sicher sein, dass er wie sein Kollege für gewerkschaftliche Werte und Einstellungen stehe.
 

Talkrunde mit hohem Unterhaltungswert

An die Überreichung des Preises schloss sich eine kleine Talkrunde mit dem Vorsitzenden der IG BAU, Robert Feiger, sowie mit Gregor Gysi und Konstantin Wecker an. Ihrer rheinischen Herkunft entsprechend hatten die Beiträge der Preisträger "hohen Unterhaltungswert", wie Konstantin Wecker bemerkte. So verkündete Franz Meurer unter anderem, sein Ziel sei es, "das Evangelium zu verkünden. Notfalls auch mit Worten."
 

Preisgeld für Obdachlose

Mit dem Preisgeld von 10.000 € wollen die Preisträger den Bau eines "Sieben-Sterne-Hotels für Obdachlose" unterstützen. Dabei ist ihnen vor allem wichtig, dass diese Menschen die Erfahrung machen, "das bist du uns wert!".

Kirche und Gewerkschaft

Auch wenn Kirche und Gewerkschaft vielleicht nicht immer einer Meinung sind, machen die Preisträger "Kirche, wie eine Gewerkschaft sie sich nur wünschen kann: Ehrlich, unruhig und mit einer starken sozialen Ader."