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Was ist zu beachten, wenn am Ende des Jahres noch Urlaub übrig ist? Wann kann ich bedenkenlos einen Aufhebungsvertrag unterschreiben? In dieser Rubrik erhalten Sie wichtige Tipps zum Umgang mit bestimmten Situationen. Wer hier Fehler begeht, muss unter Umständen teuer dafür bezahlen.
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Sozialrechtliche Hinzuverdienstgrenzen

Wer staatliche Leistungen erhält, hat auf Grenzen beim Hinzuverdienst zu achten. Wir geben einen Überblick zu diesen Grenzen bei Arbeitslosengeld, Rente, Kurzarbeitergeld und Co.

Copyright by Adobe Stock/ 3DMan.eu
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Ob Arbeitslosengeld, Rente oder Kurzarbeitergeld: Beziehen Sie eine Leistung vom Staat, können Sie jobben und so etwas hinzuverdienen. Das Einkommen ist in gewissen Grenzen anrechnungsfrei.
 

Arbeitslosengeld: Anrechnung von Nebeneinkommen

Wer einen Nebenjob von weniger als 15 Stunden wöchentlich hat, gilt als arbeitslos und hat Anspruch auf Arbeitslosengeld, wenn er seinen Hauptjob verliert. Der Lohn für den Minijob zählt als Nebeneinkommen, soweit er netto den Freibetrag von 165,- € übersteigt.
 
Üben Sie also während Ihnen Arbeitslosengeld zusteht eine Erwerbstätigkeit aus, ist das daraus erzielte Einkommen nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie des Freibetrags anzurechnen. Die Agentur für Arbeit kürzt das Arbeitslosengeld entsprechend im jeweiligen Monat.
 
Ein höherer Freibetrag ist möglich, wenn der Arbeitslose den Nebenjob schon länger (ein Jahr innerhalb der letzten 18 Monate) zusätzlich zum Hauptjob ausgeübt hat.
Dann bleibt das Einkommen bis zu dem Betrag anrechnungsfrei, den er in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich monatlich im Nebenjob verdient hat.
 

Leistungen zur Grundsicherung: Zu berücksichtigendes Einkommen

Bei der Grundsicherung für Erwerbsfähige (Arbeitslosegeld II) ist Einkommen und Vermögen des Arbeitslosen zu berücksichtigen. Nur wer seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten kann, erhält Leistungen. Wer arbeitet, muss dem Jobcenter mitteilen, was er verdient. Das Jobcenter ermittelt danach Absetzungs- und Freibeträge (z.B. Steuern und Fahrtkosten) und errechnet so Ihr anzurechnendes Einkommen. Die ersten 100 € (brutto) aus Erwerbseinkommen sind nicht anzurechnen. Was darüber hinaus geht, zählt anteilig. Verdienen Sie brutto zwischen 100 € und 1.000 €, sind 20% des über 100 € liegenden Teils des Bruttoeinkommens anrechnungsfrei.
 
Beispiel: Von 450,- € aus einem Minijob sind 170,- € anrechnungsfrei (100 € Grundabsetzungsbetrag + 20 % von 350 €).
 
Auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wird jeder Hinzuverdienst angerechnet, jedoch nicht in voller Höhe. Hier gibt es eine 30 % -Regelung. Wenn Sie zum Beispiel aus einem Minijob 450 € verdienen, brauchen Sie sich 315 € anrechnen zu lassen.
 

Volle Erwerbsminderungsrenten und vorgezogene Altersrenten: 6.300 € Freibetrag

Haben Sie Ihre Regelaltersgrenze erreicht, gibt es keine Beschränkungen bezüglich des Hinzuverdienens zur Altersrente. Nur für Renten vor Erreichen der Regelaltersgrenze gelten Hinzuverdienstgrenzen:

  • Rente wegen voller Erwerbsminderung
  • Altersrente für langjährig Versicherte
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen
  • Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

    
Bei vorgezogenen Altersrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung gilt: Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze dürfen Sie bis zu 6.300 € im Kalenderjahr hinzuverdienen. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt Ihre Rente dann ungekürzt aus.
Überschreitet der Verdienst den Freibetrag von 6.300 €, wird der Betrag, der darüber hinausgeht, durch 12 geteilt und zu 40 Prozent auf die Monatsrente angerechnet.
 
Befristete Änderung wegen der Corona-Pandemie:
Für das Jahr 2020 ist die Verdienstgrenze bei vorgezogenen Altersrenten von 6.300 € auf 44.590 € angehoben worden. Rentner*innen können bis zu diesem Betrag im Kalenderjahr zu ihrer Rente hinzuverdienen, ohne dass diese gekürzt wird.
 

Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung: Persönliche Hinzuverdienstgrenzen

Bei teilweisen Erwerbsminderungsrenten ist die jährliche Hinzuverdienstgrenze individuell zu berechnen. Maßgeblich ist das höchste Entgelt aus den letzten 15 Jahren vor der Erwerbsminderung. Die Grenze beträgt aktuell mindestens 15.479,10 €. Überschreitet Ihr Verdienst diese Grenze, zieht die Rentenversicherung bis zu 40 % von Ihrer Erwerbsminderungsrente ab.
 
Tipp: Rentenbescheide informieren über die persönlichen Hinzuverdienstgrenzen.
 

Kurzarbeitergeld: Vorübergehend gelockerte Hinzuverdienstregelungen

Die Agentur für Arbeit zahlt Kurzarbeitergeld, um Lohnverluste zum Teil auszugleichen, wenn vorübergehend Arbeit ausfällt. Was gilt hier bei einem Nebenjob?
 
Wird schon vor Beginn der Kurzarbeit nebenbei gejobbt, erfolgt keine Anrechnung. Nehmen Beschäftigte während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit auf, erfolgt eine Anrechnung des zusätzlichen Entgelts auf das Kurzarbeitergeld.
 
Von April bis Oktober 2020 gilt wegen der Corona-Pandemie eine Sonderregelung. Wer während der Kurzarbeit eine Beschäftigung in einem systemrelevanten Bereich aufnimmt, muss sich das dabei verdiente Entgelt nicht auf das Kurzarbeitergeld anrechnen lassen.
Eine Grenze gibt es aber: Das Gesamteinkommen aus noch gezahltem Arbeitseinkommen und dem Kurzarbeitergeld sowie dem Hinzuverdienst darf nicht höher sein als das normale Nettoeinkommen ohne Kurzarbeit.
 

Elterngeld: Keine Freibeträge

Während der Elternzeit ist es möglich, in Teilzeit (bis 30 Stunden wöchentlich) zu arbeiten. Der Verdienst ist auf das Elterngeld voll anzurechnen, auch bei einem Minijob.
 
Ohne Abzüge beim Elterngeld können Mütter und Väter also nichts hinzuverdienen.
 

Kindergeld: Anspruch volljähriger Kinder in Ausbildung kann entfallen

Während einer Ausbildung (Schule, Studium, Lehre) können volljährige Kinder bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld erhalten. Ist es die erste Ausbildung, spielt weder Einkommen noch Umfang eines nebenbei ausgeübten Jobs eine Rolle.
Für Auszubildende in der zweiten oder einer weiteren Ausbildung gilt es als schädlich, wenn sie eine Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Stunden pro Woche ausüben. Geringfügige und kurzfristige Beschäftigungen (bis 2 Monate) sind unschädlich.
 
In den Monaten, in denen die Grenze überschritten ist, entfällt der Anspruch auf Kindergeld.
 

BAföG: 450,- € brutto aus Erwerbseinkommen anrechnungsfrei

Während oder vor der Ausbildung verdienen viele Schüler und Studenten Geld. Für das BAföG wird nur das Einkommen im Bewilligungszeitraum betrachtet. Wer unter 450 € im Monatsschnitt (5.400 € im Jahr) verdient, bekommt ein ungekürztes BAföG. Achtung: Diese Grenze gilt bei abhängiger Beschäftigung und ist bei Selbständigkeit niedriger, da die Werbungskostenpauschale nicht geltend gemacht werden kann.
 

Im Zweifel nach Rat fragen

Wir geben hier nur einen Überblick. Haben Sie ein konkretes Problem in Zusammenhang mit Hinzuverdienstgrenzen, ist fachlicher Rat durch den gewerkschaftlichen Rechtsschutz empfehlenswert.